- Obwohl eigentlich Teil der GNOME Desktop-Umgebung wird GNOME-Keyring durchaus auch z.B. mit KDE erfolgreich verwendet.
- Anders als der Begriff "Keyring" vielleicht vermuten lässt, verwaltet GNOME-Keyring nicht nur "Keyrings" in der Diktion von PGP/GnuPG, sondern auch X.509-Zertifikate und Benutzer-Passwörter.
Die zentrale Komponente ist der gnome-keyring-daemon, der seine Management-Funktionen über drei verschiedene Komponenten bereitstellt:
- "login" verwaltet Passwörter und Authentizierungs-Informationen und stellt diese über entsprechende libraries anderen Systemkomponenten (z.B: PAM) zur Verfügung,
- "pkcs11" bietet eine Schnittstelle für PKCS#11-fähige Applikationen, die über die libgnome-keyring als "Security Module" eingebunden werden kann. Solcherart erlangt die betreffende Applikation auf einfache Weise Zugriff auf alle vom gnome-keyring-daemon verwalteten Daten.
- "ssh" stellt einen vollwertigen Ersatz für einen anderweitigen SSH-Client (z.B. openssh) dar und lässt sich insbesondere auch mit den entsprechenden Tools verwalten (z.B. ssh-add -s [lib] für die Einbindung von SmartCard-Zertifikaten).
Es existieren verschiedene CLI-Tools, um Zertifikate zentral zu importieren und dem gnome-keyring-daemon zugänglich zu machen, sodass unter Verwendung der libgnome-keyring viele Standard-Applikationen auf einfache Weise mit einem und demselben Zert-Store arbeiten könnten. Ein komfortables GUI dazu gibt es leider noch nicht (bzw. nicht mehr), da der "GNOME Keyring Manager" seit GNOME 2.22 durch das ausschließlich für PGP konzipierte Seahorse-Projekt abgelöst wurde. Erweiterte Management-Funktionen sind zwar seit einiger Zeit in der Roadmap des Projekts, auf den Zeitpunkt der Realisierung darf man allerdings noch gespannt sein.
Ganz reibungslos funktioniert das Interworking zwischen den verschiedenen Komponenten und Applikationen dzt. noch nicht immer, die dbzgl. Test sind jedoch im Gange.